Hans Conrad Zander
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Zur Person:

Hans Conrad Zander Hans Conrad Zander ist 1937 in Zürich geboren. Er war Mönch im Dominikanerorden, Reporter des »Stern« (Kisch-Preis 1983) und Gastprofessor an der Universität Essen. Bekanntgeworden ist er als Autor des WDR (»Zeitzeichen«) und als Verfasser von Sachbüchern und Satiren zur Geschichte, vor allem zur Religionsgeschichte (»Von der Leichtigkeit der Religion«, »König David im Café«, »Zehn Argumente für den Zölibat «, »Zanderfilets«).

"Persönlich halte ich es mit dem Archetyp Antonius: Alleinsein als ungezähmtes Abenteuer, Religion als elementare Begegnung mit einem Älteren, der im sokratischen Umgang mit sich selbst etwas mehr Erfahrung hat als ich. Hätte jeder von uns, gelegentlich, in seiner Nähe einen »Abba«, einen etwas erfahreneren Menschen, der kolossale Betreuungsbetrieb der christlichen Kirchen wäre so überflüssig wie der uferlose Jahrmarkt esoterischer Sinntiefe."

Vita entnommen aus: Hans Conrad Zander: Als die Religion noch nicht langweilig war. Die Geschichte der Wüstenväter. Köln 2001.


Zum intellektuellen Charakter:

Mir geht es darum, Dinge, die als unvereinbar gelten, zu vereinbaren. Zum Beispiel Unterhaltung und Bildung oder: Aufklärung und Religion. Gelungen ist mir diese Vereinbarung des Unvereinbaren nur in glücklichen Augenblicken. Ein Versuch ist zum Beispiel die – gleichzeitig unterhaltende und bildende - Darstellung geschichtlicher Persönlichkeiten in „Zanderfilets“ oder mein Begriff der „selbstironischen Katholizität“:

„Gross sind die Ähnlichkeiten zwischen Religion und Theater. Was das katholische Theater betrifft, so fällt auf, dass die Bühne, seit vielen Spielzeiten schon, beherrscht wird von zwei Archetypen: Archetyp M (M wie Meisner) ist katholisch, weil der Strahl gnadenhafter Auserwählung, hoch von oben, ihn getroffen hat. Mit heiligem Ernst tut er, was die Hand, die von oben kam, ihm aufgetragen hat: Er plagt den Archetyp D. Archetyp D (D wie Drewermann) ist nämlich katholisch aus dem Urbedürfnis zu leiden. Was diese beiden Archetypen (M und D) die katholische Bühne gemeinsam beherrschen lässt, ist, etwas anders gesagt, ihre gemeinsame Vorliebe für Religion als Tragödie.

Dieses Buch fällt aus diesem Programm. Mit acht ausgewählten Stücken öffnet es den katholischen Vorhang für einen dritten Archetyp, der zwar ebenfalls uralt ist (alle Archetypen sind uralt), den die beiden andern Archetypen aber in vereinter Anstrengung von der katholischen Bühne verdrängt haben. Das ist der Archetyp Z (Z wie Hans Conrad Zander). Dieser Archetyp versteht Religion nicht als Tragödie, sondern als Komödie. Nicht Sendungsbewusstsein bewegt ihn, sondern, im Gegenteil, religiöse Selbstironie. Und statt an der Kirche zu leiden, geniesst er sie, wie Dante noch in der Hölle, gerade dort, sie genossen hat: als Divina Commedia.“

Aus dem Vorwort zu: Von der Leichtigke